Toy Photography – Setting und Beleuchtung

Angefangen habe ich auf YouTube mit 360° Videos über Toys aller Art. Ich habe sehr viel über das Produzieren und Schneiden von Videos gelernt. Der Zeitaufwand war aber immer sehr hoch und die Resonanz sehr gering. Da mir das Thema trotzdem sehr viel Spaß machte, habe ich Anfang 2021 mit Toy Photography auf Instagram angefangen. Ich bin kein Fotograf und halte mich auch für keinen. Ich fand Objekt-Fotografie aber immer schon sehr spannend. Und da ich Spielzeug liebe, lag der Schritt Nahe, beides zu kombinieren.

Basics

Für Toy Photography benötigt man nicht viel: Ich habe zuerst ganz klassisch mit einem weißen Hintergrund und zwei LED-Leuchten gearbeitet. Die Figur wird direkt von vorne zu beiden Seiten beleuchtet wodurch ich wenig Schatten auf und unter der Figur habe und eine cleanes Bild bekomme.

Da Plastik sehr oft speckig glänzt, erhält man ungewollte Highlights auf der Figur. Um diese zu vermeiden kann man das Licht z. B. durch ein Papier scheinen lassen. Das Licht wird dadurch gebrochen und trifft weich auf die Figur. Meine LED-Leuchten haben bereits einen eingebauten Diffusor der das Licht bricht. Zudem sollte das Licht nicht zu nahe stehen, die Figur wird sonst überstrahlt.

Hintergründe

Man kann als Hintergrund eigentlich alles nehmen was einem gefällt. Ich möchte hier auch keine Empfehlungen aussprechen sondern einige Ideen zur Inspiration anbringen.

Was immer gut aussieht ist ein cleaner, einfacher Hintergrund. Weiß, schwarz oder irgendeine andere Farbe – das ist Geschmacksache und von der Figur abhängig. Dazu kann man einfach Kartonbögen aus dem Bastelladen nehmen und diese in einer Hohlkehle unter und hinter die Figur legen. Oder stell sie vor einem coolen Hintergrund der gerade zur Figur passt. Viele bauen oder kaufen auch ein Diorama und fotografieren ihre Figuren darin. Die Möglichkeiten sind schier grenzenlos.

Ich habe für mich den digitalen Hintergrund entdeckt. Dazu stelle ich meine Figuren auf ein kleines Podest (Bücher, Boxen, was so da ist) vor ein Bild auf meinem Monitor. Ich fotografiere diese oft gerne direkt von vorne, ohne in die höhere Perspektive zu gehen. Aber das variiert je nach Motividee immer mal wieder. Wichtig ist, dass die Figur oder das Setting nicht zu nahe am Monitor steht. Sonst hat man nachher die berühmt berüchtigten Moiré-Effekt im Bild. Ich finde es immer schön, wenn der Hintergrund eine gewisse Unschärfe hat oder sogar ein Bokeh, das wirkt realistischer. Steht die Figur direkt vor dem Monitor bekommt man keinen unscharfen Hintergrund hin. Außerdem strahlt der Bildschirm dann auch seine Farben deutlich auf die Figur.

Woher habe ich meine Hintergrundbilder? Bitte nicht einfach bei Google ein Bild hernehmen. Sei dir immer bewusst, ob du ein Bild verwenden darfst und du nicht das Urheberrecht verletzt. Es gibt sehr viele Bilddatenbanken – der Großteil ist kostenpflichtig. Es gibt aber auch großartige kostenlose Alternativen. Ich benutze sehr gerne pixabay.com oder pexels.com. Beide sind kostenlos und verlangen keine Nennung von Credits. Lediglich einen ebenfalls kostenlosen Account muss man anlegen.

Beleuchtung

Ich arbeite sehr gerne mit Rimlights. Das sind Kantenlichter, also Lichter die an den Rändern der Figur entlang laufen. Rimlights machen ein Bild sehr dramatisch und eignen sich perfekt für die Toy Photography. Die nachfolgende Reihenfolge ist beliebig. Ich fange meistens so an:

Nachdem die Pose steht und der Hintergrund eingerichtet ist, setze ich links und rechts diagonal hinter der Figur in ca. 45° die Seitenlichter.

Es folgt ein Toplight. Dieses setze ich auch wieder in ca. 45° diagonal hinter die Figur.

Ich achte darauf, dass die Lichter nicht zu nahe, oder zu weit weg von der Figur stehen. Die Seitenlichter sollten die Figur nicht auffressen. Auch sollten sie genug Licht nach vorne werfen. Also nicht zu seitlich setzen. Das wird nachher noch wichtig. Die Lichter sollten im Bildbereich nicht zu sehen sein, auch wenn man nachher das Bild vielleicht noch zurecht schneidet. Wenn das Licht direkt ins Objektiv fällt hat man sonst Schlieren und Schleier im Bild.

Ich arbeite selten mit direkter Beleuchtung von vorne. Ich nutze das Licht von hinten und werfe es mit einem Reflektor zurück auf die Figur. Je nach Idee und Motiv benutze ich vorne auch gerne links und rechts Reflektoren. Ein Reflektor kann eine helle/weiße, nicht glänzende Fläche sein. Eine weiße Pappe oder Ähnliches. Deswegen ist es wichtig dass die Leuchten genug Licht nach vorne werfen. Ich denke, bei direkter Beleuchtung von vorne geht der Rimlight-Effekt und die Dramatik verloren. Wenn nötig, dann nur dezent.
Mit einem Mainreflektor in der Hand werfe ich dann beim Shooting das Hauptlicht auf die Figur. Dabei gehe ich mal näher, mal weiter weg, halte den Reflektor mal schräg, mal gerade und mache mehre Shots.

Verwendet man ein Monitor-Hintergrundbild, sollte darauf geachtet werden, dass sich die Reflektoren nicht im Monitor spiegeln. Ebenso das Podest oder sonstige unerwünschte Objekte. Man kann diese mit etwas Dunklem abdecken.

Ich kann leider keine perfekten Einstellungen für euere Kamera bzw. euer Handy geben, da jedes Gerät immer etwas anders arbeitet. Ich benutze eine Nikon Z50 mit meistens fest eingestellten ISO 100 und Blende 8. Über die Verschlusszeit regle ich dann die Belichtung.

Im nächsten Beitrag gehe ich auf die Bildbearbeitung/Editing ein.
Anmerkungen/Fragen gerne in die Kommentare.

2 Kommentare zu „Toy Photography – Setting und Beleuchtung

  1. Vielen Dank für das Turorial 😍
    Spiele schon lange mit dem Gedanken mit Toyfotografie anzufangen – aber hab nie gewusst womit ich am besten starte…

    Bin sehr gespannt auf das nächste

    Gefällt 1 Person

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